• Piroska Gavallér-Rothe

Besser leben in der Stadt?

Vor einigen Tagen habe ich folgenden Beitrag zum Phänomen „Die Anziehungskraft der Stadt“ gefunden: https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/zukunftsort-und-dienstleistungsmaschine-die-anziehungskraft-der-stadt-ld.6316


Den Beitrag finde ich sowohl interessant als auch erhellend. Durch seine Lektüre hat sich für mich nämlich ein Mehr an Bewusstheit erfüllt - insbesondere im Hinblick auf die sozialgeschichtliche und gesellschaftliche Bedeutung von Städten. Was mir allerdings bei diesem Artikel fehlt, ist die auch kritische Auseinandersetzung mit der möglichen Kehrseite des Guten - nämlich Entwurzelung, Entfremdung, Entbindung und die Gefahr der damit einhergehenden Enthemmung.


Bei der konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit dem Beitrag wird mir einmal mehr die Bedeutsamkeit von Schulz von Thuns Werte- und Entwicklungsquadrat bewusst. Ohne Räume menschlicher Begegnung, sozialer Einbindung und ordnender Struktur kann die Stadt leicht zu einem dunklen Moloch der Vereinzelung und Vereinsamung verkommen, ebenso wie das Leben auf dem Land innerhalb der engen und gut überwachten Grenzen des gesellschaftlichen Mainstreams zum leidvollen Gefängnis werden kann.


Nach meinem Dafürhalten laden daher beide Lebensräume zu persönlicher und gesellschaftlicher Auseinandersetzung ein und fordern heraus zur Integration der im Gegenkonzept inhärenten Werte. Erst hierdurch können sowohl ein Leben in der Stadt als auch ein Leben auf dem Land für das Individuum Optionen ganzheitlich stimmiger Lebensgestaltung und persönlicher Entfaltung werden.





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© 2020 by Piroska Gavallér-Rothe, Coach & Trainerin, Autorin

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